Transparenz & KI-Einsatz
Wurden die Bücher mit KI geschrieben?
Selbstverständlich nicht. Ich verstehe, dass gewisse Werbetexte von Syntera Realms nach KI klingen können, weil sie sehr werblich und konzernmäßig geschrieben sind. Jedoch stammt jedes einzelne Wort, jeder Kommafehler und jeder dumme Spruch ausnahmslos aus meiner Feder.
Hast du deine Buchcover mit KI gemacht?
Nope. Die Cover sind Composings aus Stockelementen und Stempeln, die ich ganz altmodisch in Photoshop zusammengeklatscht, farblich abgestimmt und mit Typografie versehen habe. Das sind für den Moment aber reine Platzhalter. Vor dem Release setze ich mich da nochmal ran oder beauftrage eine Cover-Designerin, denn so richtig glücklich bin ich nicht mit den Entwürfen.
Wurden auf der Webseite KI Bilder eingesetzt?
Alle Bilder auf der Seite stammen aus Bilddatenbanken wie Pixabay oder Stockphoto. An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass auch die Gesichter aus dem Romance-Mode-Fragebogen nur Stock-Models sind. Nein, die kann man nicht wirklich buchen. Und gerade bei der genderneutralen Option ist es mir wichtig zu betonen, dass dies reine Platzhalter sind. Ich kenne die Geschlechtsidentität der abgebildeten Stock-Models nicht und möchte hier niemandem ungefragt ein Label überstülpen.
Aber dieses Bild mit der SynLink Schnittstelle sieht ...
Nein, auch das Foto der SynLink-Schnittstelle ist nicht KI-generiert! Das ist eine Spielmünze meines Sohnes. Ich bin gelernte Polygrafin, habe 20 Jahre in der Druckbranche gearbeitet, fünf Jahre im Marketing und nebenberuflich zehn Jahre Corporate Design und Webseiten angeboten. Ich habe in meinem Leben genug Zeit mit Photoshop verbracht, um meine Bild-Composings selbst zusammenzubauen. Wenn manches an KI erinnert, liegt das daran, dass unsere Arbeit nun mal die Vorlage war, mit der KIs trainiert wurden. Fairerweise muss man sagen: Wer heute mit Photoshop arbeitet, nutzt automatisch auch die integrierte Funktion Firefly, was ebenfalls eine künstliche Intelligenz ist. Also ja, streng genommen sind manche Bildränder oder weggestempelte Stellen von einer KI erweitert oder retuschiert worden. Ihr dürft mich dafür verurteilen. Allerdings nur, wenn ihr jede KI-Suchfunktion, jeden Spam-Filter und jede Autokorrektur in euren Textprogrammen eigenhändig deaktiviert habt.
Aber wie kannst du das alles alleine machen?
Wie es der Zufall will, bringe ich die passenden Ausbildungen mit. Ich bin gelernte Polygrafin, arbeite mit den gängigen Adobe-Programmen, beherrsche mehrere Programmiersprachen und stamme aus einer Künstlerfamilie, habe also ein Händchen für alles Kreative. Ich weiß, das Leben ist unfair. Dafür bekommt ihr garantiert mehr als eine Liegestütze am Stück hin. Darüber beschwere ich mich schließlich auch nicht. Natürlich wäre das alles nicht möglich, hätte ich nicht den besten Ehemann der Welt, der mir den Rücken freihält und mich mit Nahrung versorgt. Zudem neige ich zu Hyperfokus, weshalb ich teilweise bis zu 16 Stunden ohne Pause an einem Projekt durcharbeite. Ist das gesund? Wahrscheinlich nicht. Ist es effektiv? Definitiv. Alleine in diese Webseite habe ich mittlerweile um die 100 Stunden investiert und in die dazugehörigen Bücher noch viele, viele mehr.
Ist der Support-Chat unten rechts eine echte KI?
Fragt ihn doch selbst. Spaß! Natürlich ist auch das keine KI. Mein Chatsystem basiert auf RiveScript, einer simplen, regelbasierten Skriptsprache für Chatbots. Das Ganze ist Open Source und man kann es kostenlos von GitHub herunterladen. Ich habe das System lediglich mit (unzähligen) Antworten, Fallakten und Easter Eggs gefüttert. Er hat also kein eigenes Bewusstsein und ihr landet auf keiner Blacklist, wenn ihr ihn beleidigt. Und falls er doch einmal zu menschlich wirken sollte, dann geht das Kompliment an mich. Für etwas habe ich schließlich stundenlang unnützes Zeug eingetippt, das vermutlich niemand jemals zu Gesicht bekommen wird.
Aber die Webseite sieht so ...?
Ach, kommt schon. Ich habe mir ehrlich Mühe gegeben. Wenn jemand wirklich glaubt, eine KI könnte sowas mal eben aus dem Boden stampfen, dann halte ich denjenigen ausdrücklich dazu an, das nachzumachen. Zu gerne würde ich das Ergebnis sehen. Vielleicht wird KI in ein paar Jahren soweit sein, Projekte in diesem Umfang und Detailgrad zu generieren, aber heute ist sie noch zu fehleranfällig dafür. Und von der Gestaltung müssen wir gar nicht erst anfangen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass kein Programmierer händisch jedes einzelne Code-Kommando abtippt. Das haben vielleicht die IT-Pioniere in den Achtzigern gemacht. Man erstellt das Konzept, entwirft das Design und schreibt HTML und CSS für das Grundgerüst. Für die dynamischen Funktionen passt man Stack-Overflow-Lösungen an, nutzt Plugins, vorgefertigte Bibliotheken und ja, auch KI-gestützte Tools.
Aber du bist aus der Schweiz, wie kannst du die scharfen S machen? Aber da hats irgendwo auf Seite 368 einen Gedankenstrich? Aber da hats ein Komma, nach dem "und"? Aber dieser eine ,als-Satz ...?
Lasst mich bitte in Ruhe damit. Lest einfach die Bücher. Spätestens wenn ihr fertig seid, sollte euch klar sein, dass das kein KI-Text ist. Wer über ein klein wenig Mustererkennung verfügt, erkennt einen KI-Text ohnehin bereits nach wenigen Absätzen. Es sind nicht die Gedankenstriche, es ist der Mangel an Subtilität, Scharfsinn und Pragmatismus. KI kann nur Drama. Es klingt im ersten Moment gut, aber es hat null Tiefgang und wenn man genauer hinschaut, macht kein Satz richtig Sinn (was ist bitte ein dumpfes Klirren?). Von den Logiklücken fange ich gar nicht erst an. Und habt ihr euch schon mal einen KI generierten Dialog angetan? Was die scharfen S angeht (für alle meine kritischen Schweizer Artgenossen): Ich habe mir extra einen Shortcut in mein Schreibprogramm eingebaut und eine kleine Automatisierung programmiert (in der ich btw jedes Wort händisch erfasst habe), damit ich es über meine fertigen Manuskripte jagen kann. Wisst ihr, wie lange ich da dran war? Das will ich nie wieder als Argument für KI-Einsatz an den Kopf geworfen bekommen.
Ein KI-Text ist doch mittlerweile nicht mehr von einem menschlichen Text zu unterscheiden.
Da würde ich widersprechen. Ich arbeite im Marketing, habe täglich mit KI-Texten zu tun und wage zu behaupten, dass ich einem Text seine Herkunft auf hundert Meter Entfernung ansehe. KI hat eine ganz eigene Art zu schreiben und dabei spreche ich nicht von Gedankenstrichen, repetitiven Floskeln oder Logikfehlern. Es ist der Rhythmus und die Art der Satzstellung. Der Stakkato-Stil und diese ganzen unnötigen Als-Konstruktionen. Wenn wir Ethik und Urheberrecht mal außen vor lassen und uns rein auf das Handwerkliche konzentrieren, kommen da vielleicht annehmbare Blogbeiträge oder PR-Texte raus, aber doch kein fesselnder Roman. Ehrlich, es will mir nicht in den Kopf, wie diese ganzen KI-Autoren behaupten können, dass sie damit gute Bücher schreiben. Und jede Gegenstimme argumentiert immer nur mit dem Diebstahl von geistigem Eigentum und ihrer eigenen moralischen Überlegenheit. Aber Leute, es ist doch auch einfach schlecht? Selbst wenn ich einen Scheiß auf Moral und Umwelt gebe, will ich das nicht lesen. Meinetwegen schreibt Prompts, legt Charakterkarten an, fügt eine Schriftprobe bei, erstellt eure Projekte: Es ändert nichts daran, dass die Texte nach KI klingen. Alleine das Pacing stimmt schon nicht. Entweder verrennt sich KI in Detailbeschreibungen von Belanglosigkeiten oder sie fasst es viel zu knapp zusammen. Die Dialoge klingen generisch und arten innert Sekunden in Pseudogewäsch aus. KI versteht das Konzept von Raum und sozialer Aufmerksamkeit nicht. Was sie tut, ist wahrscheinliche Handlungsmuster nachstellen. Ob das in der spezifischen Situation sinnvoll ist, kann sie nicht erkennen. Selbst wenn ihr jeden Widerspruch händisch korrigiert, macht das den Text nicht besser. Also nein. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie KI den Menschen ersetzen sollte. Selbst wenn es ihr in einigen Jahren gelingt, subtiler zu werden, den Kontext zu halten, Humor zu imitieren oder durch eine neue Architektur (abseits von bloßer Wahrscheinlichkeitsberechnung) räumliche und physische Logik zu begreifen, wird sie es vermutlich nicht schaffen Informationen bewusst zurückzuhalten oder wie ein Mensch zu improvisieren.
Was hältst du allgemein von KI?
Ganz ehrlich? Ich sehe das Thema längst nicht so schwarz-weiß wie viele andere. Meiner Meinung nach, hängt es davon ab, wie man die KI nutzt. Ob assistiv (als Werkzeug) oder generativ (als Schöpfer). Als reines Werkzeug ist KI unglaublich hilfreich und kann uns eine Menge Fleißarbeiten ersparen. Und das sage ich als Künstlerin, denn ich habe auch eine nerdige, technikaffine Seite und wenn ich daran denke, wie lange ich früher damit beschäftigt war, Syntax-Fehler zu suchen oder die immer gleichen Code-Schnipsel abzutippen, um ein simples Grundgerüst zum Laufen zu bringen, dann könnte ich dem Erfinder von GitHub Copilot die Füße küssen. Wo mein Verständnis aufhört, ist der Punkt, an dem Leute anfangen, ihr Gehirn auszuschalten und sich blind auf KI zu verlassen. Gerade bei kreativen Dingen wie dem Schreiben, das eben NICHT nur aus korrekter Grammatik, Drama und Plot-Schablonen besteht, sondern dieses Unvorhersehbare, Menschliche braucht, kann KI nicht mithalten. Eine gute Geschichte lässt den Leser selber mitdenken und fühlen. Das ist etwas, das eine KI, die einfach nur Wahrscheinlichkeiten von Wörtern aneinanderreiht, schlichtweg nicht KANN (wie das in Zukunft mit World Models und multimodalen Architekturen aussieht, wird sich zeigen). Es ist einfach nur anstrengend, wenn Pseudo-Autoren den Markt mit ihrer KI-Ware vollmüllen. Das macht nicht nur Lesern das Finden von guten Büchern schwer, sondern erschwert uns echten Autoren auch unnötig die Sichtbarkeit. Ja, ich habe euch gerade als Pseudo-Autoren bezeichnet und dazu stehe ich auch. Denn wer ein klein wenig Stilbewusstsein und künstlerischen Anspruch besitzt, würde sich mit diesem Mist nicht zufrieden geben. Deshalb bin ich auch für eine strikte KI-Kennzeichnungspflicht, damit man sich das Geld und die verschwendete Lebenszeit sparen kann. Dennoch bin ich pragmatisch genug, um einzusehen, dass keine Veränderung ohne Kollateralschäden abläuft. Nur weil man selbst keine generativen KIs nutzt, bedeutet das nicht, dass man jeden steinigen muss, der das tut. Wir haben 2026. Man kommt an KI nunmal kaum vorbei. Wenn ihr unbedingt jemanden steinigen wollt, dann steinigt doch bitte diejenigen, die KI verheimlichen und Geld mit der Unwissenheit von Konsumenten verdienen. Nur liegt ihr KI-Detektive leider selten richtig. Wenn ich mir manchmal eure Argumentationen durchlese, verliere ich den Glauben an den gesunden Menschenverstand. Letztens hat jemand behauptet, Fourth Wing sei KI generiert, weil Rebecca Yarros öfters den Satz "Wie einen Baum besteigen" nutzt. Habt ihr euch schon mal intensiv mit einem KI-Text befasst? Nein? Ich schon. Und Fourth Wing ist ganz sicher keiner. Ja, Rebecca Yarros neigt zu Lieblingsphrasen, genauso wie zu rhythmischen Wiederholungen in den Dialogen. WEIL sie ein Mensch ist und sich das angewöhnt hat. Wer wirklich glaubt, ein derart komplexes Worldbuilding mit diesem eigenwilligen Pacing und dieser Art von Dialogen sei KI-geschrieben, verfügt über keinerlei Mustererkennung oder Textverständnis. Genau diese Unfähigkeit der Leute, einen menschlichen Text von KI-Matsch zu unterscheiden, ist der Grund, wieso überhaupt erst diese Hexenjagden entstehen. Und dann Aussagen wie: „Lass es doch von einem KI-Detector prüfen." Wisst ihr wie nutzlos die sind? Ich habe buchstäblich live in den Editor geschrieben und dieses Tool hat behauptet, der Text sei zu 86% KI. Kaum habe ich ein paar Grammatikfehler eingebaut und Sätze absichtlich holpriger gemacht, wurde es als menschlich eingestuft. Würdet ihr einfach alle mal den Kopf einschalten, wäre diese ganze Panikmache gar kein Thema mehr. Fortschritt bedeutet Veränderung, man kann ihn nicht aufhalten. Auch nicht, indem man alles boykottiert, was damit zu tun hat (auch wenn ich es respektiere, wenn Menschen ihren Prinzipien treu bleiben). Doch die Realität ist: Gewisse Berufe werden sich verändern oder aussterben, so war das schon immer. Mein Bruder hat Gamedesign studiert, es ist gerade eine Scheiß Situation für viele. Aber nur weil wir uns umorientieren müssen, werden wir nicht überflüssig. Unsere Rolle verschiebt sich nur. Als ich vor fünfundzwanzig Jahren meine Lehre zur Polygrafin machte, haben wir noch Filme zusammengeklebt und obwohl damals gerade die ersten Adobe-Versionen aufkamen, hieß es, jeder, der sein Layout am Computer erstelle, mache sich die Arbeit leicht. Ein echter Lithograf klebte eine Maquette und beherrschte sein Handwerk. Trickfilmzeichner haben damals Zeter und Mordio geschrien, als die ersten Computeranimationen auf den Markt kamen. Verlangt heute noch jemand, dass jeder Frame eines Films gefälligst von Hand auf Celluloid gepinselt werden soll? Nein, heute arbeiten sie digital oder setzen ihre Fähigkeiten als Art Direktoren ein. Also ja, um uns Routineaufgaben abzunehmen, ist KI super hilfreich und ich würde ein Vermögen darauf verwetten, dass in ein paar Jahren keiner mehr hysterische Enthüllungs-Videos dreht, weil ein Verlag eine Übersetzung mit KI macht. Es wird so sein. Klaut KI von echten Künstlern? Ja. Und wir müssen weder über den umwelttechnischen Aspekt noch über die rechtliche Grauzone der Trainingsdaten diskutieren, da sind wir uns wohl alle einig. Dennoch rechtfertigt das nicht diesen Hass, der aktuell herrscht. Man sollte jemanden genau so wenig dafür verurteilen, dass er etwas nutzt, das öffentlich zugänglich ist, wie man jemanden nicht an den Pranger stellen sollte, weil er Fleisch isst oder in ein Flugzeug steigt. Wir gehen fast alle den ein oder anderen moralischen Kompromiss ein, um uns unseren Alltag zu erleichtern.